10. Februar: Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit

Foto © Malteser/Lisa Beller: Häufig zieht sich das Umfeld zurück, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher lebensverkürzt erkrankt ist, weil viele nicht wissen, wie sie mit der Situation „richtig“ umgehen können.
Foto © Malteser/Lisa Beller: Häufig zieht sich das Umfeld – Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn – zurück, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher lebensverkürzt erkrankt ist, weil viele nicht wissen, wie sie mit der Situation „richtig“ umgehen können. Dabei brauchen Eltern und Geschwister gerade jetzt ein offenes Ohr.

Zum diesjährigen Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit am 10. Februar weist der Malteser Hilfsdienst auf die besonderen Herausforderungen für Familien im Lockdown hin, in denen ein Kind lebensverkürzt erkrankt ist. Psychosoziale Hilfe, praktische Unterstützung, Therapien oder einfache Momente der Entspannung fallen für viele Eltern und Kinder pandemiebedingt weg. Die Angst, dass sich ein schwer erkranktes Kind zusätzlich mit Corona infiziert, führt bei Familien nicht selten zu Isolation. Eltern und Geschwisterkinder sind permanent in Hab-Acht-Stellung, denn auch sie können das Corona-Virus mit nach Hause bringen. Eine insgesamt angespannte Situation ist die Folge.

Soziale Kontakte – telefonisch, über digitale Angebote oder auch postalisch – sind in dieser Zeit besonders wichtig für betroffene Familien. Gereon Rehberg, Dompfarrer in Limburg und Seelsorger der Malteser im Bistum Limburg, weiß aus vielen Gesprächen mit Angehörigen und Betroffenen: „Es sind die kleinen Gesten, die in diesen Zeiten helfen, wie zum Beispiel Einkaufen gehen für Familien, einen Kuchen oder eine Suppe vorbeibringen, eine selbstgebastelte Postkarte schreiben, aber auch mit Telefon und Videochat für Ablenkung sorgen.“ Wichtig sei auch, so der Seelsorger, zuzuhören und zu erfragen, welche Hilfe eine Familie brauche, wo unterstützt werden könne und was Freude schenken würde. Auch gelte es, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit zu beachten.

Wenn der Zustand einer lebensverkürzenden Krankheit länger andauere, sei es beispielsweise mitunter eine Herausforderung für das Umfeld, die Frage „Wie geht es dir?“ zu stellen. „Einerseits auch deshalb, weil man als Außenstehender das Gefühl hat, nicht direkt eingreifen und helfen zu können. Andererseits kann es eine Herausforderung sein, mit der Antwort umzugehen, weil man selbst emotional involviert ist.“ Hinschauen und zuhören, Mut machen, gemeinsam lachen und weinen, aktiv anpacken und entlasten – vor allem aber: zugewandt und offen bleiben. Das sei eine gute Basis für Menschen, die helfen wollen. „‘Weil Nähe zählt‘ ist der Leitgedanke der Malteser, für den Umgang mit betroffenen Familien sicherlich das beste Konzept, um Hilfe zu leisten.“

Die Malteser sind zwar eine katholische Organisation, stehen aber allen Menschen offen, unabhängig von Herkunft oder Religion. Dies gilt insbesondere für die Erwachsenen- und Kinderhospizarbeit.

Kontakt zur Kinderhospizarbeit des Malteser Hilfsdienstes für Betroffene und Interessierte in der Region Rhein-Main:

Bistum Fulda:

Bistum Mainz: