Erster Fachtag der Schulsanitätsdienste seit Corona

Foto © Malteser/Sophie Schmidt: 50 Schulsanitäter und Schulsanitäterinnen aus sieben Städten und Kreisen kamen am 9. April zum Malteser SSD-Fachtag zusammen und trainieren gemeinsam in elf Workshops unter anderem ihre Fähigkeiten in Sachen Erster Hilfe und Umgang mit älteren und mobil beeinträchtigten Menschen.
Foto © Malteser/Sophie Schmidt: 50 Schulsanitäter und Schulsanitäterinnen aus sieben Städten und Kreisen kamen am 9. April zum Malteser SSD-Fachtag zusammen und trainieren gemeinsam in elf Workshops unter anderem ihre Fähigkeiten in Sachen Erster Hilfe und Umgang mit älteren und mobil beeinträchtigten Menschen.
Foto © Malteser/Sophie Schmidt
Foto © Malteser/Sophie Schmidt
Foto © Malteser/Sophie Schmidt
Foto © Malteser/Sophie Schmidt
Foto © Malteser/Sophie Schmidt
Foto © Malteser/Sophie Schmidt

11 Workshops zu verschiedenen Themen

Möglich wurde diese Zusammenkunft durch ein durchdachtes Konzept mit zielgerichteten Hygienemaßnahmen, um die COVID-Ansteckungsgefahr für die Teilnehmenden auf ein Minimum zu begrenzen. Doch der Aufwand der Organisatoren aus dem Referat Jugend und Schule des Malteser Hilfsdienst e.V. in der Diözese Limburg und der SSD-Leitungen lohnte sich: In drei Workshoprunden konnten sich die Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter jeweils eineinhalb Stunden mit Themenblöcken wie ABCDE im SSD, Crossing Generation, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Legal/ Illegal/ Scheißegal? - Drogen im Schulumfeld, Notfälle im Schulalltag, realistische Unfalldarstellung, RTW und Patientenübergabe, "Schnell und sanft"- Umgang mit der Krankentrage beschäftigen oder sich in einer ganztägigen Ausbildung zum Multiplikator „Herzensretter“ schulen lassen, um danach Kindern und Jugendlichen gezielt die Herz-Lungen-Wiederbelebung beibringen zu können.

Ein ebenfalls besonderer Workshop befasste sich mit der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) – eigentlich ein Thema für erwachsene Einsatzkräfte, was aber durch die Ankunft von Kindern mit Kriegserfahrungen in den Schulen nun auch für die Schulsanitätsdienste relevant ist. Malteser Ausbildungsreferent Jürgen Briegel lenkte dabei den Blick der Kinder und Jugendlichen auf die oft unsichtbaren psychischen Wunden aufgrund von traumatischen Ereignissen, die die Betroffenen noch längere Zeit begleiten. Hier sei es wichtig zu wissen, an wen man sich wenden kann, wenn einem ein Betroffener begegnet oder wenn man selbst von Erlebnissen überwältigt ist, und Hilfe braucht. In solchen Situationen gelte immer der Leitsatz: „Malteser ist man nicht allein“. Es gibt Malteser, die auch dafür geschult sind und helfen können.

Vernetzung und Ausbildung auf verschiedenen Ebenen

Für Mitorganisator Paul Häb, Malteser Referent Jugend und Schule, war die Präsenzveranstaltung ein absolutes Muss, um den durch Corona stark eingeschränkten Schulsanitätsdiensten einen „Energy-Boost“ zu geben, wieder neu durchzustarten und Ausbildungen durchzuführen. „Ich habe mehrfach Teilnehmende gehört, die sagten, wie toll und nötig dieser Tag war.“ Auch das Lachen, die staunenden Blicke der Jugendlichen, die spürbare Neugierde und der Bedarf gemeinsam anzupacken und zu handeln, all das habe gezeigt, wie nötig ein solcher Tag nach drei Jahren war.

Der Fachtag kam aber nicht nur den Schulsanitätern und Schulsanitäterinnen zugute, sondern ermöglichte auch den begleitenden Lehrkräften, die an ihren Schulen für den SSD zuständig sind, die Möglichkeit der Vernetzung sowie den Brückenbau hin zur Malteser Jugend, dem zweiten Baustein der Jugendarbeit innerhalb des Malteser Hilfsdienst e.V. So wurden alle SSDs zum Pfingstzeltlager der Malteser Jugend eingeladen. Denn Gemeinsam Leben retten lernen, Hilfsbereitschaft und Selbstvertrauen – diese Werte werden in den Schulsanitätsdiensten und auch in den Jugendgruppen vermittelt und gelebt.

Mit einer Urkunde, einer CPR-Beatmungsmaske mit SSD-Aufdruck in Schlüsselanhängerformat und der Hoffnung, dass auch in den kommenden Jahren wieder ein SSD-Fachtag stattfinden kann, wurden die Schulsanitäter und Schulsanitäterinnen verabschiedet.

Am SSD-Fachtag 2022 haben Schülerinnen und Schüler folgender Schulen teigenommen:

  • Gymnasium Eltville
  • Gutenberg Realschule Eltville
  • Christian-Wirth-Schule in Usingen
  • Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim 
  • Marienschule Limburg
  • Limesschule Idstein
  • Realschule plus Salz 
  • Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg
  • Raiffeisen Campus Dernbach

Malteser Schulsanitätsdienste
Das Thema "Helfen" gehört zum zentralen Kern des Selbstverständnisses als Hilfsorganisation. Deshalb will der Malteser Hilfsdienst Kinder und Jugendliche dafür stark machen, anzupacken, Verantwortung zu übernehmen, Zivilcourage zu zeigen und vielleicht sogar im Notfall Leben zu retten. Die Malteser sind daher an Schulen aktiv und bilden Schülerinnen und Schüler zu Schulsanitäterinnen und -sanitätern aus. Als Schulsanitätsdienst (SSD) unterstützen sie die Schulleitung in ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. SSD-Kräfte springen bei Notfällen ein. Dafür stellen die Malteser eine entsprechende Ausrüstung bereit und bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Schulungen an.