Auslandsdienst in Bosnien und Herzegowina

Wir Malteser im Bistum Limburg sind nicht nur in Deutschland mit verschiedenen Diensten und Hilfsprojekten aktiv, sondern wir helfen auch hilfsbedürftigen Menschen im Ausland. Der Auslandsdienst hat seinen Schwerpunkt seit mehr als 25 Jahren in Bosnien-Herzegowina. Das durch den Balkankrieg gezeichnete Land unterstützten unsere Ehrenamtlichen zunächst mit Hilfsgüterlieferungen und Weihnachtspäckchen für Kinder. Nach der Neuausrichtung helfen wir heute mit nachhaltigen zielgerichteten Projekten auf der Grundlage Hilfe zur Selbsthilfe.

Jürgen Briegel

Jürgen Briegel
Referent Ausbildung & Auslandsdienst
Tel. 06431 9488520
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Schon während des Bürgerkrieges und selbstverständlich danach leisteten die Limburger Malteser in Bosnien und Herzegowina einen wichtigen Beitrag, um die Menschen dort beim Aufbau funktionierender Sozial- und Gesundheitssysteme zu unterstützen. Dazu arbeiten die Malteser auf der Grundlage von Partnerschaften mit Sozialämtern, Krankenhäusern, Feuerwehren, Schulen oder Suppenküchen vor Ort zusammen. Gemeinsam widmet man sich zumeist sozialen oder medizinischen Projekten, die die Lebenssituation vor Ort verbessern und verarmten Familien helfen, ein eigenes Einkommen zu erzielen.

Dieser große Handlungsbedarf ist leider ungebrochen:

  • Die Arbeitslosigkeit in Bosnien und Herzegowina liegt bei über 50 Prozent. Aufgrund fehlender Industrie und wirtschaftlicher Investitionen mangelt es überall an Arbeitsplätzen – auch für Hochqualifizierte.
  • Es fehlt es immer noch an vielen Stellen die nötige Infrastruktur, öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum. Die wenigen Arbeitsplätze befinden sich meist in den Großstädten. Deshalb haben Bewohner ländlicher Gebiete, die sich kein Fahrzeug leisten können, kaum eine Chance an Arbeit zu kommen.
  • Viele Menschen haben infolge des Krieges mit posttraumatischen Belastungssyndromen zu kämpfen und/oder sind durch Verwundungen körperlich behindert und damit arbeitsunfähig. Seitens des Staates gibt es aufgrund von Korruption und Geldmangel nur geringe Hilfen für betroffene Familien.
  • Während des Krieges wurden viele Häuser zerstört, die bis heute nicht wieder aufgebaut wurden. Neu errichtete Gebäude werden aufgrund des Geldmangels häufig nicht fertig gebaut. Die Menschen leben in Rohbauten – teilweise ohne Fenster und funktionierender Heizung.

Vier neue Hoffnungszeichen

Beschäftigung

Wir kaufen Nutzvieh, z. B. Milchkühe und Schafe sowie Gewächshäuser für bedürftige Familien. 

Die Milchprodukte, Obst und Gemüse können verwertet und auch verkauft werden.

Begegnung

Wir fördern Projekte, in den sich Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina und Deutschland treffen und austauschen.

Bundesjugendlager, Theaterprojekte und Teilnahme an gemeinsamen Wettbewerben unterstützen unser Ziel.

Bildung

Wir beschaffen Schulbücher für Kinder deren Eltern sich dies nicht leisten können.

Sieben Schulsanitätsdienste haben wir mittlerweile in Schulen aufgebaut und gefördert.

Begleitung

Schaffung von Wohnraum und Renovierungen.

Damit wird oft möglich, dass Kinder aus dem Heim zu ihren Eltern zurückkehren können.