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Malteser im Bistum Limburg

Benefiztheater für Malteser Aktion Hoffnungszeichen

Bosnische und deutsche Romeos und Julias setzen ein Zeichen für interkulturelle Toleranz

27.07.2015

Limburg/Bosnien-Herzegowina. Romeo und Julia gelten als das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur. Doch welche Bedeutung hat die tragische Liebesgeschichte in der heutigen Zeit? Mit dieser Frage haben sich 29 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren aus Bosnien und Herzegowina und der Marienschule Limburg in einem insgesamt zweiwöchigen Austauschprogramm in intensiven Theaterworkshops auseinandergesetzt und eine moderne Version von Romeo und Julia erarbeitet. Das Stück wurde am 18. und 19. Juli im Walderdorffer Hof in Limburg und am 24. Juli in einer Burg nahe der bosnischen Stadt Tesanjska aufgeführt.

Das Projekt ist Teil der Aktion Hoffnungszeichen des Malteser Auslandsdienstes im Bistum Limburg, der sich seit dem Ende des Bosnienkrieges vor mehr als 20 Jahren in Bosnien und Herzegowina engagiert und sich dort für das friedliche Miteinander der drei ehemals verfeindeten Ethnien Bosnier, Kroaten und Serben einsetzt und Hilfsbedürftige mit Projekten unterstützt. Vor zwei Jahren wurden diese Projekte unter den vier verschiedenen Hoffnungszeichen Bildung, Beschäftigung, Begegnung und Begleitung zusammengefasst und damit begonnen, Spenden zu sammeln: für Bücher und Bildungsmittel für Kinder aus armen Familien, für den Bau von Gewächshäusern, die Sanierung von Häusern und die Ausbildung von Schulsanitätern. In Projekte wie diese fließen auch die rund 2.000 Euro, die durch den Verkauf der Eintrittskarten sowie Snacks, Getränke und Spenden an den beiden Abenden zusammengekommen sind. Insgesamt rund 250 Personen sahen sich die beiden Aufführungen im Walderdorffer Hof in Limburg an, auf der Burg im bosnischen Tesanjska waren es etwa 100 Besucher. Damit es für diese verständlich war, wurde der Text in mehreren Szenen auf bosnisch übersetzt.

Die Idee für das Theaterprojekt entstand im Rahmen des Hoffnungszeichens Begegnung. „Wir wollten, dass sich bosnische und deutsche Jugendliche gemeinsam mit dem Thema interreligiöse und interkulturelle Toleranz auseinandersetzen“, erklärt Jürgen Briegel, Auslandsdienstreferent der Malteser im Bistum Limburg. „Die Schüler kennen den Bosnienkrieg nur noch vom Geschichtsunterricht und vom Hörensagen. Durch das Theaterprojekt wird die Geschichte wieder lebendig und die Erinnerung an die Gräueltaten wach gehalten.“

Jugendreferentin und Theaterpädagogin Cara Basquitt leitete die Theaterworkshops und organisierte gemeinsam mit Briegel das Austauschprogramm, bei dem 14 bosnische Jugendliche 10 Tage bei deutschen und 15 deutsche Teilnehmer 4 Tage bei bosnischen Gastfamilien untergebracht waren. Besonders wichtig war Basquitt, dass die Schüler ihre eigene Sicht der Dinge in das Stück einbringen konnten. So entstand die Geschichte dreier unglücklicher Liebespaare: zwischen dem bosnischen Serben Velimir und der Muslimin Marina, dem türkischen Hauptschüler Ali und der Gymnasiastin Constanze und Romeo und Julia, deren Liebe von ihren Familien nicht akzeptiert wird. Ausgangspunkt ist hierbei die Diskussion der beiden Erzähler des Stücks, die sich darüber uneinig sind, ob es auch in der heutigen Zeit in Bosnien und Herzegowina oder in Deutschland noch moderne Romeos und Julias gibt und dabei den Liebesgott Amor um Hilfe bitten. Im Gegensatz zum tragischen Ende der Shakespeare-Geschichte siegt im Theaterstück am Ende die Liebe: Die Familien von Velimir und Marina sowie Ali und Constanze erkennen, dass ihr Verhalten von Vorurteilen und Intoleranz geprägt war und versöhnen sich.

Unterstützt wurde das Theaterprojekt von der Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, die die Location zur Verfügung stellte und die Kosten für Bühne, Bestuhlung und Technik übernahm sowie von Jürgen Bomert, Autor einer Chronik über die Geschichte des Walderdorffer Hofs, und der Bäckerei Hensler, die eine spezielle deutsche Version der bosnischen Gebäckspezialität Burek für die Malteser kreierte. Die Reisekosten wurden zum Großteil durch Fördermittel finanziert, sodass die Einnahmen nahezu zu 100 Prozent in die Projekte der Aktion Hoffnungszeichen fließen können. 

Weitere Bilder von den Theateraufführungen finden Sie hier:

Weitere Informationen

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